Astrid aus Peru

„Wie höre ich auf meine Intuition, woher weiß ich dass die Stimme in mir Intuition ist? Kann ich darauf vertrauen? Gibt es überhaupt richtige / falsche Entscheidungen? Es ist so schwer, die Armut und die Missstände hier zu sehen und nicht helfen zu können, nicht zu wissen wie und ob man das überhaupt kann. Ich fühle mich schlecht hier zu reisen ohne helfen zu können wo Hilfe wirklich gebraucht wird und frage mich ob es nicht doch besser ist, z.b. in ein Projekt zu gehen, wo man Straßenkindern hilft als in ein Ökodorf wo man kostenlos Yoga machen kann und ein bisschen im Garten arbeitet?

Kathi aus Palästina:

Wäre ich in deren Situation auch bereit Ins Militär zu gehen? Gewalt anzuwenden? Widerstand zu leisten? Die Ungerechtigkeiten geschehen zu lassen oder sogar mit zu verursachen? Würde ich die Augen verschließen? In Gesprächen mit jüdischen und palästinensischen Menschen (manche unabhängig von EcoMe) über den hier herrschenden Konflikt habe ich deutlich wie noch nie gemerkt, wie erschreckend leicht es ist sich durch Schuldzuweisungen aus der Verantwortung zu ziehen, die Augen vor unangenehmen Dingen zu verschließen, sich durch seine Gefühle manipulieren zu lassen oder sich die Realität so zurecht zu legen wie sie einem am besten passt.

Der in mir hervorgerufene Widerstand hat mir gezeitigt, dass mir Gerechtigkeit sehr wichtig ist und ich mich selbst dazu Aufrufe von objektiven Punkten auszugehen um voreilige Schlüsse oder Verurteilungen zu vermeiden. Gleichzeitig bin ich jetzt schon sehr ratlos. Ich kenne noch lange nicht alle Seiten und auswüchse des Konflikts, habe aber schnell gesehen wie verstrickt das alles ist und bin ziemlich ratlos.Der Konflikt bekommt einen ganz anderen Touch wenn er beginnt ein Gesicht zu bekommen durch Geschichten von Opfern und Tätern. Meist in ein und der selben Person vereint, was häufig nur eine Frage der Perspektive ist.

Für mich ist ein Ort wie EcoMe eines der wichtigsten Schritte in Richtung Frieden. Wenn der Feind ein Gesicht bekommt und vielleicht sogar zum Freund wird kann sich etwas von unten heraus verändern. Es macht es mich trauriger, dass EcoMe schließen wird.“

Paula aus Kenia 

„Während meiner Zeit hier habe ich erkannt, wie viel Müll wir Menschen produzieren. In Kenia gibt es kein Recyclesystem, sodass sehr viel Müll einfach auf den Straßen, Wiesen und in den Gräben landet. Das Ganze hat in mir Gefühle der Hilflosigkeit hervorgerufen, weil ich gerne etwas ändern würde, zum Beispiel den Müll im Projekt aufzusammeln, aber ich nicht weiß, wohin danach damit? Es bedarf einer ganzen Müllsystemänderung, in der Recycling möglich ist und Plastik nicht einfach nur am Straßenrand verbrannt wird. Auch die Produkte, die hergestellt werden, sollten z.B. wiederverwendbar sein. Hier werden Füller verkauft, aber keine Füllerpatronen, sodass die Stifte nur einmal benutzbar sind…

Generell müssen wir Menschen weniger Müll produzieren. Der erste Schritt ist, bei mir selber anzufangen und zu versuchen, meinen Plastikverbrauch zu minimieren.“

Julian – auf dem Landweg nach Kenia 

Wenn jeder Mensch sein Inneres wertschätzen kann, kann er auch seine Umgebung wertschätzen. Wenn jeder Mensch seine Natürlichkeit und Einzigartigkeit erkennt, kann er auch die Schönheit der Natur erkennen. Wenn jeder Mensch physische Freiheit besitzt, an das glauben kann, was sein Herz ihm sagt, ohne andere davon überzeugen zu wollen bzw zu manipulieren. Wenn jeder Mensch mit sich Selber Frieden schließen kann und weiß, dass er genau richtig ist. Dann, ja dann könnte Frieden auf dieser Erde herrschen.“