Formtheater und Postwachstumsökonomie

Vom 3.-8.November haben wir uns mit Dominik Werner spielerisch mit dem Thema der Postwachstumsökonomie auseinandergesetzt.

Fünf Tage lang haben wir mit Standbildern, „Polizist im Kopf“ und Improvisation die Frage erforscht, was der Themenkomplex der Postwachstumsansätze konkret mit dem alltägliche Erleben der Teilnehmer_innen zu tun hat. Daraus wurde dann ein kleines Formtheaterstück entwickelt.

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Am Montag, 7.11. abends haben wir das Stück vor Publikum im Hennahaus aufgeführt. In einem Formtheaterstück werden Konflikte und Fragestellungen des Alltags gezeigt, ohne Happy End. Nach dem ersten Durchlauf sind die Zuschauende aufgefordert laut STOP zu rufen, wenn sie eine Situation nicht mehr aushalten, aktiv selbst in einen Charakter zu schlüpfen und aus dem Charakter heraus versuchen die Situation zu ändern.

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Die Rahmenhandlung drehte sich um eine junge schwangere Frau in der Zukunft, die ihren Großvater über die Gesellschaft als er so alt war wie sie, ausfragte (unsere aktuelle Zeit).

1.Szene: „Stimmt es, dass damals die Schüler noch Inhalte auswendig lernen mussten und die Lehrer umkreativen Frontalunterricht gemacht haben?“. Geseko und Sylke haben es nicht lange ausgehalten, laut STOP gerufen und interveniert. Aus einem sehr steifen, altmodischen Lehrer sind einfühlsame, sich und den Schülern ihre Angst und Sorgen eingestehende und offene Lehrer geworden. Manche Schüler_innen freuten sich, und manche waren sichtbar überfordert mit dem radikalen Wandel und dem „sich-zeigen“ des Lehrers.

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2. Szene: “ Und ich habe gehört, dass es damals total autoritäre und gestresste Chefs gab, die ihren Mitarbeitern keinen Raum für familiäre und private Angelegenheiten gaben. Das war ja super unmenschlich alles, oder?“

Eine einsame Frau zu Hause, die nichts mit sich anzufangen weiß außer zu konsumieren. Eine Angestellte, die nicht zu der Theateraufführung ihrer Tochter darf, und eine Chefin, die kein Privatleben kennt und kein Verständnis für menschliche Gesundheit hat. Saro und Rene intervenierten – Saro schlüpfte in die Rolle der Angestellten, und später dann Rene in die Rolle der Chefin.

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3. Szene: „Und stimmt es, dass die Menschen damals keine wirkliche Beziehungen führen konnten. Das Männer Frauen dominiert haben, Frauen sich dominieren lassen haben, und es keinen wirklichen Kontakt und Austausch zwischen Menschen gab?“

Ein unausstehlicher Mann, eine schüchterne, verängstlichte Frau und ihre angepasste Freundin – später wurden dann noch der innere Kritiker der schüchternen Frau gezeigt. Eine unerträgliche Szene, die von mehreren Menschen geSTOPT wurde.

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Es war ein sehr intensiver und tief bewegter Abend für alle. Herzlichen Dank an die project peacler_innen, an die Ehemaligen Celine und Marlene, an Dominik und an alle Zuschauende, Mitfühlende, Mitdenkende und aktiv Intervenierende.

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